Ende der kulturellen Filmproduktionsförderung in Sachsen ?
Eine Chronologie der Ereignisse
Die Kürzung
Für den Doppelhaushalt 2003/2004 beschloß der Sächsische Landestag die
Kürzung der kulturellen Filmförderung des Freistaates. Im Klartext heißt
das: nur noch die sächsischen Filmfestivals, Kinos in strukturschwachen
Gebieten und einige Filminitiativen werden ab 2003 noch unterstützt. Die
Förderung von kulturellen Filmproduktionen entfällt ersatzlos. Bislang
betrug dieser "operative" Teil der Förderung noch ca. 220.000 EURO - eine
vergleichsweise geringe Einsparung also, für die ein höchst effizientes
Förderinstrument aufgegeben wurde.
Die Folgen
Gerade für die sächsische Nachwuchsszene sind die Auswirkungen
katastrophal: zwar gibt es mit der "Mitteldeutschen Medienförderung"
eine wirtschaftliche Filmförderung, die gemeinsam von Sachsen,
Sachsen-Anhalt und Thüringen unterhalten wird. Doch die Kriterien
diese Wirtschaftsförderung sind gerade für junge Projekte
nicht erfüllbar: Voraussetzung dafür sind verbindliche Verwertungszusagen
von Kinoverleihen oder Sendern noch vor Beginn der Dreharbeiten - für Nachwuchsprojekte
beinahe illusorisch.
Der Brief
Wir haben das Jammern satt und jedes weitere Protestschreiben halten wir
für redundant. Deshalb übersandten wir dem Staatsminister des Sächsischen
Ministeriums fur Wissenschaft und den Abgeordneten des Sächsischen Landtags
am 9. Dezember 2002 einen » offenen Brief mit vier Fragen, die mit der geplanten Kürzung aus unerer Sicht akut werden. Diesen Brief
unterschrieben bis zu diesem Zeitpunkt 128 Personen.
Erste Reaktion (PDS)
Auf diesen offenen Brief reagierte von den drei Fraktionen des sächsischen Landtags (CDU, SPD, PDS) nur die PDS-Fraktion.
11.12.2002 Antwort Heiko Hilker (PDS)
10.01.2003 Antwort Gunhild Lattmann-Kretschmer (PDS), Kulturpolitische Sprecherin der PDS-Landtagsfraktion
Keine Reaktionen von CDU und SPD
Nachdem auch bis Mitte Februar die erhofften Reaktionen - gerade seitens
der regierenden CDU-Fraktion - ausblieben, erinnerten wir die Abgeordneten
dieser Fraktion nochmals daran, dass wir Antworten auf die Fragen dieses
Briefes erwarten.
17.02.2003 Erinnerungsmail an Dr. Matthias Rößler (CDU) und die
Landtagsabgeordneten der CDU (eine Kopie des Schreibens ging auch an die
Abgeordneten der SPD und der PDS).
25.02.2003 Antwort Dr. Jens-Ole Schröder (CDU) Parlamentarischer Berater der
CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages
25.02.2003 Antwort von Annette Therese Metz (SPD), Parlamentarische Beraterin
Kultur- und Medienpolitik der SPD-Landtagsfraktion
06.03.2003 Antwort von Andreas Lämmel (CDU), Wirtschaftspolitischer Sprecher
der CDU-Fraktion
Diätenerhöhung für Landtagsabgeordnete
Am Donnerstag, den 27. Februar hatten wir inzwischen im Sachsenspiegel
(mdr) erfahren, daß die Regierungsfraktion der CDU zum 1. April 2003 eine
Diaetenerhöhung der Landtagsabgeordneten durchsetzen konnte. Die
jährliche Mehrbelastung der öffentlichen Kassen beläuft sich dabei, laut
Sachsenspiegel, auf ca. 500.000 Euro - also reichlich das doppelte der "in
Anbetracht der dramatisch verknappten Ressourcen" notwendigen Kürzungen
der kulturellen Filmproduktionsförderung (zitiert wurde aus dem CDU-Antwortschreiben
des parlamentarischen Beraters Dr. Jens-Ole Schröder).
Daraufhin entschlossen wir uns zu folgender öffentlicher Stellungnahme:
06.03.2003 Öffentliche Stellungnahme von FERNSEHEN MACHT SCHÖN,
unabhängiges Forum für Film und Medien in Leipzig
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Weitere Informationen: » Filmverband Sachsen
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