» zur Chronologie der EreignisseDokumentation: Reaktionen auf unseren offenen Brief» Antwort Dr. Jens-Ole Schröder» Antwort Andreas Lämmel 17.02.2003 - Erinnerungsmail an die Abgeordneten der CDU From: fernsehen macht schön Sehr geehrter Dr. Matthias Rößler,
sehr geehrte Damen und Herren Landtagsabgeordnete der CDU, Dennoch: wir sind enttäuscht. Wir sind enttäuscht, da wir von Ihnen in nunmehr zehn Wochen noch keine Rückmeldung bekommen haben, obwohl diese zugesagt wurde. Wir sind besonders enttäuscht, weil wir dachten, weniger nur gegen die geplanten Kürzungen protestiert zu haben, als vielmehr für eine grundsätzliche politische Auseinandersetzung. Mit dem Beschluß der Haushaltskürzung haben die von uns im Brief gestellten Fragen nichts an Aktualität verloren. Im Gegenteil: sie sind akut geworden. In der Landtagsdebatte vom 15. November 2002
signalisierten Sie Gesprächsbereitschaft - wenn auch mit der Anmerkung,
daß die Kürzungsdebatten dafür nicht der richtige Rahmen
ware. Allerdings haben die Debattenbeitrage bei
der Sitzung vom 15. November unsere Befürchtungen nicht abgeschwächt,
sondern eher verstärkt.
Hierzu einige Fragen bzw. Anmerkungen: Zum anderen wissen wir nicht, ob der Satz bedeuten soll: die CDU engagierte sich fur eine verstärkte Filmförderung im wirtschaftlichen Bereich, weil Sie davon ausging, daß die Grundlage hierfür durch die kulturelle Förderung geschaffen worden sei - die wirtschaftliche Förderung somit also auf die Ergebnisse der kulturellen Förderung zurückgreifen kann? Wenn dies so ist: Was hat sich in der Zwischenzeit geändert? Wieso werden dann die Grundlagen gestrichen, auf denen die weiteren Förderprogramme aufbauen? Wieso werden in einer solchen Situation nicht die aufbauenden Programmen gekürzt und stattdessen deren Grundlagen gesichert? Oder haben sich diese, zugrundeliegenden Strukturen Ihrer Meinung nach so erfolgreich etabliert, daß nun für die auf sie aufbauenden Programme auch ohne Förderung keine Gefahr mehr besteht? Wir verstehen diese Anmerkung von Herrn Wöller vor allem deshalb nicht, weil uns die Gewichtung zwischen kultureller und wirtschaftlicher Förderung seitens der CDU unklar ist. Herr Wöller formulierte zu Beginn seines Debatten-Beitrages, daß beim Film die Zielrichtung einer "Zuführung" von kulturellen Produkten in die wirtschaftliche Verwertung im Prinzip klar sein sollte. Genau hier möchten wir ansetzen: Uns geht es an dieser Stelle nicht darum,
ob die auf diese Weise entstehenden Filmprodukte tatsächlich von
sich behaupten können, "wirtschaftlich" erfolgreicher zu
sein als die "kulturellen" (Angesichts der Millionen, die jährlich
fließen, haben wir ernsthafte Zweifel daran und wären sehr
an einer Diskussion über objektive Kriterien eines Vergleiches interessiert). Da hilft unserer Ansicht nach auch nicht die richtige und wichtige (und auch zu geringe) Unterstützung von Abspielstätten und Festivals, Netzwerken etc., wie sie durch die institutionelle Förderung gewährleistet wird: es kann schließlich nur das an sächsischen Produktionen gezeigt werden, was auch entsteht. Wir halten dies für eine mehr als unverständliche
Politik und möchten dies an einer konkreten Frage nochmals ausführen: Die Standorte, mit denen unsere Region gerne konkurrieren möchte, organisieren die Ausbildung ihres Nachwuchses in Filmschulen bzw Filmhochschulen. Neben professionellen Lehrinhalten kommen diese Einrichtungen auch einer einhergehenden Produktionsförderung gleich: sie bieten dem Nachwuchs die Möglichkeit, ohne Marktdruck Stoffe und Produkte zu entwickeln. Zudem entstehen an diesen Filmhochschulen jene Kontakte und Netzwerke, die für Regisseure, Kameramänner, Produzenten oftmals für das gesamte Arbeitsleben entscheidend bleiben. Ist angesichts dieser Lage tatsächlich Ihre einzige Antwort, daß entsprechend Interessierte dorthin abwandern sollen, wo es eine dieser Ausbildungseinrichtungen gibt? Halten Sie es für wahrscheinlich, daß diese Fachkräfte nach Ende des Studiums wieder nach Sachsen zurückkehren? Es gibt derzeit in unserem Bundesland keinerlei Nachwuchsförderung - ein Problem, daß durch die Kürzung der kulturellen Filmförderung bis hin zur völligen Aussichtslosigkeit verschärft wurde. Aus unserer Sicht ist unter diesen Umständen die Entwicklung eines autarken Medienstandortes unrealistisch. Uns ist klar, daß sich diese schwierige
Situation nicht ohne weiteres beheben last. Sie erfordert eine politische
Richtungsentscheidung. Doch wir fürchten, daß Ihnen genau dieser
Mut zu klaren Entscheidungen und zur Offenheit über die eingeplanten
Konsequenzen fehlt. |
25.02.2003 Antwort Dr. Jens-Ole Schröder Parlamentarischer Berater der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages
From: "Kimmer, Annett" Dresden, 25. Februar 2003 Ich darf zunächst voranstellen, dass die Form des Offenen Briefes in der Regel dann gewählt wird, wenn weniger die individuelle Kommunikation als vielmehr die öffentliche Appellfunktion Zielrichtung eines solchen Schreibens ist. Daher ergehen in der Regel zu Offenen Briefen auch keine Antworten, wie diese auf geschlossene Schreiben stets erfolgen. Gestatten Sie mir auch, noch eine weitere Klarstellung gleich zu Beginn vorzunehmen. Sie befürchten in Ihrem Schreiben, dass der CDU-Fraktion der Mut zu klaren Entscheidungen fehle. Zu einer solchen Auffassung kann nur gelangen, wer die verantwortungsvollen und schwierigen Debatten nicht mit verfolgt hat, die eine allein in Regierungsverantwortung stehende Fraktion in den Beratungen zum Doppelhaushalt fur die Jahre 2003 und 2004 in breiter Öffentlichkeit geführt hat. In den Entscheidungen zum Doppelhaushalt der Jahre 2003 und 2004 ging es bei deutlich knapper werdenden Ressourcen darum, mehrheitsfähige Schwerpunktsetzungen vorzunehmen und damit klare politische Akzente zu setzen. Fur die Kulturpolitiker lagen diese Schwerpunkte zum einen in der unveränderten Fortführung des Sächsischen Kulturraumgesetzes bis zum Jahre 2007 mit Klarheit und Planungssicherheit fur die Kulturräume und in der Fortführung der Förderung der wichtigen Arbeit der Musikschulen des Landes in unveränderter Höhe. In intensiven Gesprächen, die der Kulturpolitische Sprecher der Fraktion im Vorfeld der Haushaltsberatungen mit dem Filmverband Sachsen geführt hat, wurde auch der Wunsch nach einer im wesentlichen unveränderten Fortfuhrung der kulturellen Filmförderung auf die Agenda gesetzt. Letztlich hat die gesamte Fraktion dann die Prioritaten einzuordnen. Hierbei hat die Fraktion in Wahrnehmung ihrer Verantwortung und nach sehr intensiven Erörterungen die Fortführung des Kulturraumgesetzes ebenso mitgetragen, wie die Fortführung der Musikschulforderung. Die Fraktion hat sich auch dafur entschieden, die im Haushaltsentwurf vorgesehenen Kürzungen im Bereich der kulturellen Filmförderung mitzutragen. Diese Entscheidung geschah keinesfalls in Verkennung der negativen Folgen, die dies fur die bisher geforderte kulturelle Filmszene im Freistaat haben kann. In Anbetracht der dramatisch verknappten Ressourcen waren und sind der Fraktion jedoch andere Bereiche wichtiger. Die CDU-Fraktion trägt diese Entscheidung und steht zu dieser Entscheidung. Die CDU-Fraktion hat in ihre Abwägungen auch einbezogen, dass Filmförderung im Freistaat Sachsen dennoch weiterhin stattfindet. So wird die Mitteldeutsche Medienförderung (MDM) auch in den Jahren 2003 und 2004 weiterhin jährlich aus Mitteln des Freistaates Sachsen 2,5 Millionen Euro erhalten. Diese Mittel fließen in die wirtschaftliche
Filmförderung und garantieren nach den Förderbedingungen einen
deutlichen wirtschaftlichen Regionaleffekt fur Mitteldeutschland. Darüber hinaus werden vom Sächsischen
Staatsministerium fur Wissenschaft und Kunst weiterhin folgende Bereiche
institutionell gefördert: Fur Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich
gerne zur Verfügung.
06.03.2003 Antwort von Andreas Lämmel, Wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-FraktionFrom: Lämmel, AndreasTo: fernsehen macht schön Subject: AW: Unser offener Brief vom 9.12.2002 Date: Thu, 6 Mar 2003 07:54:27 +0100
Sehr geehrter Herr Miller, sehr geehrter Herr Möller,
Mit freundlichen Grüßen
» aktuelle Aktion Weitere Informationen: » Filmverband Sachsen |